Die Sacrower Heilandskirche

Die Sacrower Heilandskirche

2017

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Nur wenige Gebäude in der Region Berlin-Brandenburg sind so bedeutende steinerne Zeugen der Zeit wie die Sacrower Heilandskirche. Der wunderschöne Bau an der Havelbucht wurde 1844 von Ludwig Persius nach Zeichnungen des kunstbegabten und Italien liebenden Königs Friedrich Wilhelm IV. gebaut. In der Zeit des Kalten Krieges wurde die Kirche dann zu einem eindringlichen Symbol der Deutschen Teilung. Umgeben von Mauer und Stacheldraht lag sie – für DDR-Bürger unerreichbar – hinter dem Todesstreifen. Vom Westen aus konnte man den traurigen Verfall der denkmalgeschützten „Kirche im Niemandsland“ beobachten. 1985 wurde sie mit Hilfe von Spenden aus dem Westen saniert. Damals die wohl bestbewachteste Baustelle Deutschlands. Ein geheimnisvoller Ort um den sich Geschichten über dramatische Fluchten und Spionage ranken. Kaum ein anderes Kirchengebäude war so eng mit der Deutschen Teilung verknüpft.

Fotos (1/8)
Stab und Cast
Format:
16:9 SD
Farbe:
Farbe mit S/W-Anteilen
Sprache(n):
Deutsch
Handlung
Die Heilandskirche verschwand nach der Grenzziehung von 1961 hinter der Mauer. Sie stand de jure auf DDR Gebiet, aber faktisch im "Niemandsland". Um das Bauwerk ranken sich spannende Geschichten: vom brutalen Vandalismus der Grenztruppen im Altarraum kurz nach dem Mauerbau, über die verzweifelten Versuche des ehemaligen Pfarrers seine Kirche vor dem Verfall zu retten, über West-Berliner Freizeitsportler, die unbemerkt - oder bemerkt von den Grenztruppen - dort anlandeten, von den Plänen der Stasi den Glockenturm - im Bewusstsein seiner Technik-Geschichte - als "Horch & Guck" Posten mit moderner Abhörtechnik zu nutzen, von der paranoiden Angst des MfS dort selbst Opfer der Beobachtung durch "Westspione" in Badehosen zu werden, von der Forderung der Grenztruppen "die Kirchenruine abzureißen", von der Rettungsaktion aus West-Berlin (Tagesspiegel und Bürgermeister v. Weizsäcker) mit 1 Million Devisen das kaputte Dach der Kirche zu reparieren, von der Angst der Grenztruppen (Fluchtgefahr!) vor den Bauarbeiten, von der akribischen Auswahl der linientreuen Handwerker-Kader für die Arbeiten hinter der Mauer, von der aufregenden Zeit nach dem Fall der Mauer, als die Sacrower "ihre" Kirche wieder von den Grenztruppen einforderten, vom ersten hochemotionalen Gottesdienst nach genau 28 Jahren Weihnachten 1989. Die Heilandskirche am Port zu Sacrow - Auferstanden aus Ruinen - ist heute Teil des UNESCO- Weltkulturerbes der Menschheit.

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