Talentprobe

Talentprobe


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Deutschland

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Ein Kultfilm von Peter Goedel, der in 1979 die Talentprobe im Tanzbrunnen von Köln dokumentarisch begleitet hatte - das Vorbild für alle Castingshows von heute. Der Film ist eine Zeitreise in die 70er Jahre mit viel Humor und Musik.

Fotos (1/3)
Stab und Cast
Format:
4:3 SD
Farbe:
Schwarz-Weiß
Sprache(n):
Deutsch
FSK:
6
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Handlung
"Das ist ja grausam" steht auf einem Spruchband, ein schlichtes "Kotz!" auf einem anderen, "Hau ab, du Kulturbanause" auf einem dritten. Die 4000 zahlenden Zuschauer bei der "Talentprobe" am Kölner Tanzbrunnen im Hochsommer 1979 kennen kein Erbarmen. Wer sich da vor ihnen auf der Bühne produziert, meist mit deutschen Schlagern der schlimmeren Sorte, immer mit der brennenden Sehnsucht, für den professionellen Musikmarkt entdeckt zu werden, muss damit rechnen, eine Katastrophe zu erleben. Das Publikum will ein Schlachtfest, pfeift und johlt wie besessen, bis auch das letzte Amateur-"Talent" begriffen haben dürfte, dass es doch lieber in der Badewanne singen sollte.
Doch einer wie der Malermeister Karl-Heinz Wandelbein, der sich vorgenommen hat, an diesem Abend die Stücke "Ihr Name war Carmen" und "Quando mi amore" vorzutragen, lässt sich durch die Meute am Tanzbrunnen nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Auf der Bühne blüht der vorher so schüchterne junge Mann, der beim Vorbereitungsgespräch mit dem Conferencier Udo Werner recht ängstlich und gehemmt gewirkt hatte, erst richtig auf, ahmt selbstbewusst die Showgesten der Schlagerprofis nach, scheint sich wohl zufühlen inmitten des allgemeinen Geheuls.
Die Kölner "Talentprobe" ist eine Feuerprobe. Die kleinbürgerlichen Gladiatoren, die da in die Arena treten, können oft keine Noten lesen, keine Tonarten erkennen, keine Melodie halten. Dennoch wagen sie den Schritt ins Rampenlicht. Hinter dem Ritual am Tanzbrunnen wird die Sehnsucht der Akteure spürbar, etwas anderes, etwas Besonderes zu erleben: um beinahe jeden Preis. Denn was das Publikum betreibt, aufgeheizt von den zynischen kalauern des Conferenciers, gleicht einer gezielten Demontage.
Der Dokumentarist Peter Goedel mischt sich nicht ein, erspart sich und dem Kinopublikum kritische Kommentare. Er und seine vier Kameramänner zeigen den Ablauf der "Talentprobe" vom Eintreffen der Kandidaten am Nachmittag bis zur Entscheidung am späten Abend. Ganz am Ende sieht man die Gesichter der Verlierer: stumm, verschlossen, erschöpft, gezeichnet von einer Erfahrung, die sie - und die Zuschauer im Kino - lange nicht werden vergessen können.

Die Tonregie von "Talentprobe" lag in den Händen von Hans Peter Kuhn.
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