Umso mehr Geld auf dem Konto, umso mehr Verspannung im Nacken. Diesen Eindruck könnte man in der anonymen Villensiedlung am Warschauer Stadtrand bekommen, in der der wortkarge Ukrainer Zhenia (Alec Utgoff) die polnische Kundschaft mit seinen heilenden Händen beglückt. Zhenia sorgt in der Gated Community nicht nur für eine willkommene Abwechslung im eingehegten Einerlei: Für eine halbe Stunde kann er die Menschen von ihrer Einsamkeit, inneren Leere und dem Gefühl des Überdrusses befreien, ihnen Trost und Zuversicht spenden.
Für die spirituell obdachlosen und sexuell frustrierten Neureichen wird der Masseur aus der Plattenbausiedlung zu einer Art Guru. Vor allem als ein Rückblick enthüllt, dass Zhenia in direkter Nachbarschaft von Tschernobyl aufwuchs und die Reaktorkatastrophe als Siebenjähriger miterleben musste.
Szumowska und Englert haben in "Der Masseur" auch ihre Erfahrung verarbeitet, in einem kommunistischen Polen aufzuwachsen, das sich in den 1990er-Jahren stante pede in Richtung Kapitalismus stürzte. Die Gated Community symbolisiere das Unwohlsein einer Generation der Neureichen in Polen, die sich nach den Entbehrungen des Kommunismus "verzweifelt an die Signifikanten ihres neu gefundenen Reichtums klammern", so die Filmemacher.
Die tiefgründige Gesellschaftssatire der polnischen Filmemacher Małgorzata Szumowska (Silberner Bär für "Body", 2015) und Michał Englert feierte ihre Premiere im Wettbewerb des Filmfestivals von Venedig und wurde dort mit einer "Besonderen Erwähnung" bedacht.
Umso mehr Geld auf dem Konto, umso mehr Verspannung im Nacken. Diesen Eindruck könnte man in der anonymen Villensiedlung am Warschauer Stadtrand bekommen, in der der wortkarge Ukrainer Zhenia (Alec Utgoff) die polnische Kundschaft mit seinen heilenden Händen beglückt. Zhenia sorgt in der Gated Community nicht nur für eine willkommene Abwechslung im eingehegten Einerlei: Für eine halbe Stunde kann er die Menschen von ihrer Einsamkeit, inneren Leere und dem Gefühl des Überdrusses befreien, ihnen Trost und Zuversicht spenden.
Für die spirituell obdachlosen und sexuell frustrierten Neureichen wird der Masseur aus der Plattenbausiedlung zu einer Art Guru. Vor allem als ein Rückblick enthüllt, dass Zhenia in direkter Nachbarschaft von Tschernobyl aufwuchs und die Reaktorkatastrophe als Siebenjähriger miterleben musste.
Szumowska und Englert haben in "Der Masseur" auch ihre Erfahrung verarbeitet, in einem kommunistischen Polen aufzuwachsen, das sich in den 1990er-Jahren stante pede in Richtung Kapitalismus stürzte. Die Gated Community symbolisiere das Unwohlsein einer Generation der Neureichen in Polen, die sich nach den Entbehrungen des Kommunismus "verzweifelt an die Signifikanten ihres neu gefundenen Reichtums klammern", so die Filmemacher.
Die tiefgründige Gesellschaftssatire der polnischen Filmemacher Małgorzata Szumowska (Silberner Bär für "Body", 2015) und Michał Englert feierte ihre Premiere im Wettbewerb des Filmfestivals von Venedig und wurde dort mit einer "Besonderen Erwähnung" bedacht.