Frankreich 1788. Auf dem adeligen Speiseplan stehen Schwanen-Ragout und gebackene Täubchen. Manceron (Grégory Gadebois), seines Zeichens begnadeter Koch, liebt es, dem Herzog de Chamfort mit allerhand kulinarischen Kreationen die Langeweile zu vertreiben. Eines Tages jedoch lässt der eigenwillige Küchenchef seine Phantasie spielen und tischt den herzöglichen Gästen eine Köstlichkeit aus der niedrigsten aller Zutaten auf - der Kartoffel.
Ein Skandal, der Manceron direkt auf die Straße befördert. Zurück auf dem heimischen Bauernhof erwartet den gestandenen Mann nichts als die trübe Aussicht, staubigen Reisenden Bouillon und Brot zu servieren. Langsam jedoch macht sich die abgelegene Poststation einen Namen, vor allem als eine geheimnisvolle Frau namens Louise (Isabelle Carré) auf dem Hof erscheint und vom Meister in die Kochkunst eingeführt werden will...
So sieht es also aus, wenn die sinnliche Inszenierung von Essen zum Ausdruck der Selbstbestimmung wird: Mit spürbarer Liebe zum Objekt verweilt die Kamera auf Texturen, Farben und Bewegungen in der Küche, wodurch das Kulinarische zum stillen Träger innerer Entwicklungen wird. Geschmack wird hier mit allerhand Verve visualisiert: dampfende Oberflächen, sorgfältig komponierte Teller, das rhythmische Schneiden und Rühren – all das erzeugt eine beinahe haptische Nähe.
Gleichzeitig arbeitet Éric Besnards Film mit dem Kontrast zwischen Enge und Öffnung. Sterile, kontrollierte Räume – sei es in der Gastronomie oder im persönlichen Umfeld – werden durch warme Lichtstimmungen und weichere Bildkompositionen allmählich aufgebrochen. Und genau das spiegelt die Erzählung einer Emanzipation im vorrevolutionären Frankreich: Freiheit erscheint nicht als plötzlicher Ausbruch, sondern als langsames, bewusstes Neu-Anrichten des eigenen Lebens.
So wird "À la Carte" weniger zu einem klassischen Drama als zu einem ästhetischen Erfahrungsraum, in dem das Essen zur Metapher für Autonomie erhoben wird: ein Akt des Wählens, Kombinierens und Genießens – und damit ein leiser, aber nachhaltiger Weg zur Freiheit. Und wie nebenbei serviert Besnard dabei auch noch eine großartige, zu Herzen gehende Geschichte!
Frankreich 1788. Auf dem adeligen Speiseplan stehen Schwanen-Ragout und gebackene Täubchen. Manceron (Grégory Gadebois), seines Zeichens begnadeter Koch, liebt es, dem Herzog de Chamfort mit allerhand kulinarischen Kreationen die Langeweile zu vertreiben. Eines Tages jedoch lässt der eigenwillige Küchenchef seine Phantasie spielen und tischt den herzöglichen Gästen eine Köstlichkeit aus der niedrigsten aller Zutaten auf - der Kartoffel.
Ein Skandal, der Manceron direkt auf die Straße befördert. Zurück auf dem heimischen Bauernhof erwartet den gestandenen Mann nichts als die trübe Aussicht, staubigen Reisenden Bouillon und Brot zu servieren. Langsam jedoch macht sich die abgelegene Poststation einen Namen, vor allem als eine geheimnisvolle Frau namens Louise (Isabelle Carré) auf dem Hof erscheint und vom Meister in die Kochkunst eingeführt werden will...
So sieht es also aus, wenn die sinnliche Inszenierung von Essen zum Ausdruck der Selbstbestimmung wird: Mit spürbarer Liebe zum Objekt verweilt die Kamera auf Texturen, Farben und Bewegungen in der Küche, wodurch das Kulinarische zum stillen Träger innerer Entwicklungen wird. Geschmack wird hier mit allerhand Verve visualisiert: dampfende Oberflächen, sorgfältig komponierte Teller, das rhythmische Schneiden und Rühren – all das erzeugt eine beinahe haptische Nähe.
Gleichzeitig arbeitet Éric Besnards Film mit dem Kontrast zwischen Enge und Öffnung. Sterile, kontrollierte Räume – sei es in der Gastronomie oder im persönlichen Umfeld – werden durch warme Lichtstimmungen und weichere Bildkompositionen allmählich aufgebrochen. Und genau das spiegelt die Erzählung einer Emanzipation im vorrevolutionären Frankreich: Freiheit erscheint nicht als plötzlicher Ausbruch, sondern als langsames, bewusstes Neu-Anrichten des eigenen Lebens.
So wird "À la Carte" weniger zu einem klassischen Drama als zu einem ästhetischen Erfahrungsraum, in dem das Essen zur Metapher für Autonomie erhoben wird: ein Akt des Wählens, Kombinierens und Genießens – und damit ein leiser, aber nachhaltiger Weg zur Freiheit. Und wie nebenbei serviert Besnard dabei auch noch eine großartige, zu Herzen gehende Geschichte!