In einem kleinen Dorf an der Côte d'Opale sorgt die Ankunft eines Neugeborenen für Unruhe in der Galaxie. Die imperialen Streitkräfte des finsteren Beelzebub landen auf der Erde, um sich des Kindes zu bemächtigen, dem ein außergewöhnliches Schicksal vorhergesagt wird. Doch die Abgesandten der Königin wollen sie daran hindern. Unter dem apathischen Blick von zwei vertrottelten Polizisten wird Nordfrankreich zum Epizentrum eines Krieges von ungeheuren Ausmaßen - "Star Wars" auf Europäisch - und manchmal auch einfach nur "bei den Sch'tis".
Bruno Dumont ("Jeanne D'Arc", "France") stimmt hier einen apokalyptischen Abgesang zwischen sozialem Realismus und burlesker Space Opera an. Heilig ist ihm in den Weiten des Weltraums und der französischen Opalküste tatsächlich nichts.
"Die absurde Komödie bringt Provinz und Kosmos, Stars und Laien, das Sakrale und das Profane und einen Haufen ausgefeilter wie halbgarer Ideen zu einer provinziellen Space-Opera zusammen, in der allein das Menschsein ernst genommen wird. - Sehenswert" (Lexikon des Internationalen Films)
Dumont karikiert dabei gleichermaßen religiöse, weltliche und filmhistorische Vorstellungen vom radikalen Gegensatz zwischen Gut und Böse, indem er die Weltraum-Saga als übersteigerte visuelle und motivische Metapher nutzt. Moralische oder gar belehrende Botschaften verweigert er konsequent: Im Zentrum steht der »Moralismus« als leere, komische Hülle – ein Prinzip ohne Substanz. Die gegensätzlichen Mächte fungieren lediglich als Stellvertreter abstrakter Ideen von »Gut« und »Böse«.
Es ist ein anspruchsvoller Erzählansatz, der sich durchaus auch in alberne Untiefen begibt, um dann wieder in erhabenen Weltraum-Totalen abzuheben. Dabei zeigt sich einmal mehr Dumonts unverwechselbare Handschrift: eine Mischung aus Ernst und Humor, Schlichtheit und Komplexität, Zugänglichkeit und Erhabenheit, Profanem und Spirituellem. Zugleich ist "Das Imperium" durch seine erlesenen Spezialeffekte auch ein beeindruckendes Kinoerlebnis.
Im Berlinale-Wettbewerb 2024 konnte Dumonts clever alle Genre-Erwartungen unterwandernde SciFi-Komödie irgendwo zwischen Kunstkino und Provinzposse den Silbernen Bären - Preis der Jury abräumen.
In einem kleinen Dorf an der Côte d'Opale sorgt die Ankunft eines Neugeborenen für Unruhe in der Galaxie. Die imperialen Streitkräfte des finsteren Beelzebub landen auf der Erde, um sich des Kindes zu bemächtigen, dem ein außergewöhnliches Schicksal vorhergesagt wird. Doch die Abgesandten der Königin wollen sie daran hindern. Unter dem apathischen Blick von zwei vertrottelten Polizisten wird Nordfrankreich zum Epizentrum eines Krieges von ungeheuren Ausmaßen - "Star Wars" auf Europäisch - und manchmal auch einfach nur "bei den Sch'tis".
Bruno Dumont ("Jeanne D'Arc", "France") stimmt hier einen apokalyptischen Abgesang zwischen sozialem Realismus und burlesker Space Opera an. Heilig ist ihm in den Weiten des Weltraums und der französischen Opalküste tatsächlich nichts.
"Die absurde Komödie bringt Provinz und Kosmos, Stars und Laien, das Sakrale und das Profane und einen Haufen ausgefeilter wie halbgarer Ideen zu einer provinziellen Space-Opera zusammen, in der allein das Menschsein ernst genommen wird. - Sehenswert" (Lexikon des Internationalen Films)
Dumont karikiert dabei gleichermaßen religiöse, weltliche und filmhistorische Vorstellungen vom radikalen Gegensatz zwischen Gut und Böse, indem er die Weltraum-Saga als übersteigerte visuelle und motivische Metapher nutzt. Moralische oder gar belehrende Botschaften verweigert er konsequent: Im Zentrum steht der »Moralismus« als leere, komische Hülle – ein Prinzip ohne Substanz. Die gegensätzlichen Mächte fungieren lediglich als Stellvertreter abstrakter Ideen von »Gut« und »Böse«.
Es ist ein anspruchsvoller Erzählansatz, der sich durchaus auch in alberne Untiefen begibt, um dann wieder in erhabenen Weltraum-Totalen abzuheben. Dabei zeigt sich einmal mehr Dumonts unverwechselbare Handschrift: eine Mischung aus Ernst und Humor, Schlichtheit und Komplexität, Zugänglichkeit und Erhabenheit, Profanem und Spirituellem. Zugleich ist "Das Imperium" durch seine erlesenen Spezialeffekte auch ein beeindruckendes Kinoerlebnis.
Im Berlinale-Wettbewerb 2024 konnte Dumonts clever alle Genre-Erwartungen unterwandernde SciFi-Komödie irgendwo zwischen Kunstkino und Provinzposse den Silbernen Bären - Preis der Jury abräumen.