Das Imperium

Science Fiction/Komödie, Italien/Frankreich 2024

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In einem kleinen Dorf an der Côte d'Opale sorgt die Ankunft eines Neugeborenen für Unruhe in der Galaxie. Die imperialen Streitkräfte des finsteren Beelzebub landen auf der Erde, um sich des Kindes zu bemächtigen, dem ein außergewöhnliches Schicksal vorhergesagt wird. Doch die Abgesandten der Königin wollen sie daran hindern. Unter dem apathischen Blick von zwei vertrottelten Polizisten wird Nordfrankreich zum Epizentrum eines Krieges von ungeheuren Ausmaßen - "Star Wars" auf Europäisch - und manchmal auch einfach nur "bei den Sch'tis". Bruno Dumont ("Jeanne D'Arc", "France") stimmt hier einen apokalyptischen Abgesang zwischen sozialem Realismus und burlesker Space Opera an. Heilig ist ihm in den Weiten des Weltraums und der französischen Opalküste tatsächlich nichts. "Die absurde Komödie bringt Provinz und Kosmos, Stars und Laien, das Sakrale und das Profane und einen Haufen ausgefeilter wie halbgarer Ideen zu einer provinziellen Space-Opera zusammen, in der allein das Menschsein ernst genommen wird. - Sehenswert" (Lexikon des Internationalen Films) Dumont karikiert dabei gleichermaßen religiöse, weltliche und filmhistorische Vorstellungen vom radikalen Gegensatz zwischen Gut und Böse, indem er die Weltraum-Saga als übersteigerte visuelle und motivische Metapher nutzt. Moralische oder gar belehrende Botschaften verweigert er konsequent: Im Zentrum steht der »Moralismus« als leere, komische Hülle – ein Prinzip ohne Substanz. Die gegensätzlichen Mächte fungieren lediglich als Stellvertreter abstrakter Ideen von »Gut« und »Böse«. Es ist ein anspruchsvoller Erzählansatz, der sich durchaus auch in alberne Untiefen begibt, um dann wieder in erhabenen Weltraum-Totalen abzuheben. Dabei zeigt sich einmal mehr Dumonts unverwechselbare Handschrift: eine Mischung aus Ernst und Humor, Schlichtheit und Komplexität, Zugänglichkeit und Erhabenheit, Profanem und Spirituellem. Zugleich ist "Das Imperium" durch seine erlesenen Spezialeffekte auch ein beeindruckendes Kinoerlebnis. Im Berlinale-Wettbewerb 2024 konnte Dumonts clever alle Genre-Erwartungen unterwandernde SciFi-Komödie irgendwo zwischen Kunstkino und Provinzposse den Silbernen Bären - Preis der Jury abräumen.
111 Min.
HD
FSK 12
Sprache:
Französisch
Untertitel:
DeutschEnglisch

Auszeichnungen

Berlinale 2024 Silberner Bär – Preis der Jury

Weitere Informationen

Drehbuch:

Bruno Dumont

Komposition:

Elise Luguern

Sound Design:

Emmanuel Croset

Besetzung:

Lyna Khoudri (Line)

Anamaria Vartolomei (Jane de Baecque)

Camille Cottin (La Reine)

Fabrice Luchini (Belzébuth)

Brandon Vlieghe (Jony)

Julien Manier (Rudy)

Bernard Pruvost (Van der Weyden)

Philippe Jore (Carpentier)

Marie Vasez (Lou)

Cédric Fortin (Roland Deroo)

Originaltitel:

L'Empire

Originalsprache:

Französisch

Format:

1:2,35 HD, Farbe

Altersfreigabe:

FSK 12 (Sexualität, Verletzung)

Sprache:

Französisch

Untertitel:

DeutschEnglisch

Weiterführende Links:

IMDb

The Movie Database