TRAINS ist ein Found-Footage-Dokumentarfilm, der ausschließlich aus Archivmaterial und
Sounddesign besteht. Regisseur Maciej Drygas zeichnet ein kollektives Porträt der Menschen im Europa des 20. Jahrhunderts. Ihre Hoffnungen, Wünsche, Dramen und Tragödien spiegeln sich in den Aufnahmen.
Ein Zugabteil ist ein Ort, an dem Menschen für die Dauer ihres Aufenthaltes aus ihrem Alltag gerissen werden. Manchmal ist die Reise von der Hoffnung begleitet, dass sich mit der Ankunft am Ziel etwas in unserem Leben ändert, oder umgekehrt von einer völligen Abwesenheit von Hoffnung. Und doch entfaltet sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts in Eisenbahnwaggons in einem sich wiederholenden Refrain. Alle paar Jahre spielen sich auf Bahnhöfen weltweit unheimlich ähnliche Szenen ab: Waggons voller Männer, die in den Krieg ziehen und verwundet oder als Überlebende zurückkehren.
Diesem Kreislauf folgt ein Exodus der Zivilisten, Evakuierte vermischen sich mit aus Lagern
heimkehrenden Kriegsgefangenen. Soldaten siegreicher Armeen führen die Besiegten an, bis wieder normale Passagiere an den Bahnhöfen erscheinen.
Über den Regisseur:
Maciej Drygas ist ein polnischer Regisseur und Professor an der Łódź Film School. Er studierte am All-Russian State Institute of Cinematography (VGIK) in Moskau. Seine Werke wurden international ausgestrahlt und erhielten mehrere Auszeichnungen.
"Oh, Hoffnung gibt es reichlich. Unendlich viel Hoffnung, nur nicht für uns." Dieses Zitat von Franz Kafka stellt Maciej Drygas seinem Film voran.
Fleißige Arbeiter*innenhände, Modenschau und Kanonenschüsse, Handprothesen, dazwischen nascht das Gutbürgertum im Speisewaggon Snacks. In diesem Dokumentarfilm, bestehend rein aus Archivmaterial, sind alle Bilder wohlkomponiert zusammengesetzt. Schnell entwickeln die Motive einen Sog, das Gesehene wird politisch: Hitlergrüße und hunderttausende Soldat*innen, die mit der Bahn nach Hause oder in die Kaserne fahren. Deportationen, dokumentierte Angriffe der Luftwaffe. Es sind Bilder von Leben und Tod, die wertfrei nebeneinanderstehen. Sie bilden kunstvolle Glieder einer Collage, spiegeln die Gesellschaft des 20. Jahrhunderts wider und verschmelzen zwischen des Schienen zu einer Geschichte. (Daniela Graf)
TRAINS ist ein Found-Footage-Dokumentarfilm, der ausschließlich aus Archivmaterial und
Sounddesign besteht. Regisseur Maciej Drygas zeichnet ein kollektives Porträt der Menschen im Europa des 20. Jahrhunderts. Ihre Hoffnungen, Wünsche, Dramen und Tragödien spiegeln sich in den Aufnahmen.
Ein Zugabteil ist ein Ort, an dem Menschen für die Dauer ihres Aufenthaltes aus ihrem Alltag gerissen werden. Manchmal ist die Reise von der Hoffnung begleitet, dass sich mit der Ankunft am Ziel etwas in unserem Leben ändert, oder umgekehrt von einer völligen Abwesenheit von Hoffnung. Und doch entfaltet sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts in Eisenbahnwaggons in einem sich wiederholenden Refrain. Alle paar Jahre spielen sich auf Bahnhöfen weltweit unheimlich ähnliche Szenen ab: Waggons voller Männer, die in den Krieg ziehen und verwundet oder als Überlebende zurückkehren.
Diesem Kreislauf folgt ein Exodus der Zivilisten, Evakuierte vermischen sich mit aus Lagern
heimkehrenden Kriegsgefangenen. Soldaten siegreicher Armeen führen die Besiegten an, bis wieder normale Passagiere an den Bahnhöfen erscheinen.
Über den Regisseur:
Maciej Drygas ist ein polnischer Regisseur und Professor an der Łódź Film School. Er studierte am All-Russian State Institute of Cinematography (VGIK) in Moskau. Seine Werke wurden international ausgestrahlt und erhielten mehrere Auszeichnungen.
"Oh, Hoffnung gibt es reichlich. Unendlich viel Hoffnung, nur nicht für uns." Dieses Zitat von Franz Kafka stellt Maciej Drygas seinem Film voran.
Fleißige Arbeiter*innenhände, Modenschau und Kanonenschüsse, Handprothesen, dazwischen nascht das Gutbürgertum im Speisewaggon Snacks. In diesem Dokumentarfilm, bestehend rein aus Archivmaterial, sind alle Bilder wohlkomponiert zusammengesetzt. Schnell entwickeln die Motive einen Sog, das Gesehene wird politisch: Hitlergrüße und hunderttausende Soldat*innen, die mit der Bahn nach Hause oder in die Kaserne fahren. Deportationen, dokumentierte Angriffe der Luftwaffe. Es sind Bilder von Leben und Tod, die wertfrei nebeneinanderstehen. Sie bilden kunstvolle Glieder einer Collage, spiegeln die Gesellschaft des 20. Jahrhunderts wider und verschmelzen zwischen des Schienen zu einer Geschichte. (Daniela Graf)